Freitag, 12. August 2016

Einmal Nordkap und zurück - Kreuzfahrt Mein Schiff 2




Norwegen, das Land der Fjorde und Bilderbuch-Landschaften, lässt sich am Bequemsten und Schönsten von der Seeseite erkunden.


 
Hamburg - wunderbares Wetter in der schönen Hansestadt. Die Mein Schiff 2 liegt heute am Anleger in der Hafen City und so haben wir die Möglichkeit beim Ablegen des Schiffes die Stadt aus einer anderen Perspektive zu sehen. Vorher ist noch die obligatorische Seemannsrettungsübung - die einzige Pflichtveranstaltung dieser Kreuzfahrt - und schon geht es los: Zwei Stunden geht es die Elbe hinauf bis zur Mündung der Nordsee und das Abenteuer beginnt.
 
 
 Die erste Nacht und der erste Seetag verlaufen ruhig. 
Wenig Wind, ruhige See und selbst die Sonne drückt einige Male durch die Wolken durch. Es bleibt viel Zeit um den hervorragenden Service an Bord zu genießen.




 "Land in Sicht" - heißt es am nächsten Morgen. Wir erreichen den ersten norwegischen Hafen: die wunderschöne Stadt Bergen. 

Ausgerüstet mit regenresistenter Kleidung (schließlich gilt Bergen als einer der regenreichsten Städte Europas) und Kamera geht es los zu einem Ausflug.
Gleich neben dem Schiff klettere ich nun auf ein kleines Boot, welches uns entlang der Stadt durch die schöne Inselwelt Bergens in einen kleinen Fjord bringt. Welch angenehme Ruhe und Idylle! Von hier fahren wir mit dem Bus zurück und haben so einen Blick auf die schöne Umgebung. In Bergen besuchen wir das alte Hanseviertel Bryggen und lernen auf einem Rundgang alles über die alte Zeit, wo hier noch der Handel florierte. Ein kurzer Blick auf den Fischmarkt, bevor wir noch zu einer Rundfahrt starten und es geht schließlich zurück auf das Schiff.

 

  


Nun heißt es Daumen drücken für gutes Wetter am nächsten Tag! 
Das erste Highlight der Reise steht an!
 


Gegen 4 Uhr passieren wir die "Einfahrt" in den weltberühmten Geirangerfjord. Etwa eine Stunde später zieht es mich noch leicht verschlafen an Deck. Tiefe Wolken hängen über dem Fjord, die sich langsam zurück ziehen, und es ist noch sehr frisch. Zum Glück hat die Crew mit heißem Kakao auf dem Pooldeck vorgesorgt und so genieße ich das einmalige Erlebnis begleitet von klassischer Musik durch die Lautsprecher. Nach vielen Kurven und zig Möwenschwärmen später, passieren wir schließlich den Wasserfall der "Sieben Schwestern" und den gegenüberliegenden Troll-Felsen. Faszinierend, welch Sagen und Legenden hier erzählt werden.




 Am Ende des Fjordes liegt der kleine Ort Geiranger - hier liegen wir auf Reede. D.h. wir klettern in kleine Boote, die uns an Land bringen. Es geht auf Panoramatour zum Berg Dalsnibba. Als wir immer höher fahren, ist der erste Schnee schon sichtbar und auch Rentiere zeigen sich. Leider kommen wir den Wolken immer näher und schließlich sind auf der Fensterscheibe klitzekleine Schneeflocken zu sehen. Oben auf dem Berg ist Waschküche vom Feinsten - nichts zu sehen! Aber wir nehmen es mit Humor. ;-)



Stattdessen baue ich mir eine Warte (kleiner bis großer Steinhaufen). Dieser Mythos besagt, dass man an diesem Ort war, es einem gefallen hat und man wieder kommen möchte. Dann hoffentlich mit besserer Aussicht! :-) Als zweiten Stopp erreichen wir den Aussichtspunkt der Alderkehren. "Ooohhh" und "Aaahhh" hört man von vielen Mitreisenden und der Blick könnte kaum schöner sein.








Zurück im kleinen Ort geht es für mich direkt weiter, denn es steht noch eine Tour mit dem RIB-Boat an. Hier heißt es erst einmal den warmen Schutzanzug und Schuhe anziehen, Brille aufsetzen und das Abenteuer beginnt. Die ersten Minuten der entspannten Fahrt täuschen gewaltig, schließlich gibt unser "Kapitän" Vollgas und wir düsen in Richtung "Sieben Schwestern" und sind ganz nah dran an diesem Naturschauspiel - mehr geht nicht! Im Vollkaracho geht es nur nächsten Felswand, knapp davor wird gehalten - Adrenalinkick inklusive. Nun kommt uns das Postschiff der HURTIGRUTEN entgegen - schnell die Kamera raus - perfektes Postkartenmotiv gesichert. Nach erlebnisreichen weiteren 30min geht es im Anschluss zurück nach Geiranger. Ich setze anschließend per Tenderboot zum Schiff über und freue mich, dass nun alle Verrenkungen in meinem Rücken wieder gerichtet sind. :-) Und so können wir schließlich beim Ablegen um 16 Uhr das Fjordpanorama in all seiner Schönheit mit einem Gläschen Sekt in der Hand genießen. Das ist Luxus pur!





Die nächsten 2 Tage auf See wird immer alles brav aufgegessen, damit das Wetter weiter hält. Zwar ist die See ruhig, aber die Wolken begleiten uns und es wird immer kälter. Schließlich überqueren wir den Polarkreis. Komisch, gar keine Linie auf dem Wasser zu sehen!?! ;-)





Stockfisch wird hier getrocknet
 Nächster Halt: Leknes - ein kleiner, idyllischer Ort auf der Insel Vestvågøy, die zu den wunderschönen Lofoten gehört. Heute liegen wir ebenfalls auf Reede und setzen mit Booten hinüber zu dem kleinen Ort Leknes. Wir begeben uns auf Panoramafahrt und halten zuerst in dem wohl bekanntesten Fischerdorf Nusfjord. Seit 1975 steht dieser Ort unter Denkmalschutz um den typisch norwegischen Baustil zu bewahren. In den knapp 40 Rorbuern hausieren zum Teil im Winter die Fischer, im Sommer widerrum Touristen.

 

Unsere Weiterfahrt geht über unzählige Brücken vorbei an wudnerschönen Sandstränden, die durchaus mit denen in Südeuropa mithalten können - nur leider aufgrund der kühlen Temperaturen nichts für Badefreunde. 

Das hier die Uhren anders Ticken merkt man schnell, Jeder kennt jeden und beschauliche Ruhe und Idylle wohin man auch schaut. Angekommen im Dörfchen Sund erzählt uns der Schmied einiges über seine Arbeit und das Leben auf den Lofoten. Auf den ganzen Inseln ist er mit seinen Kormoranen bekannt, die er aus Eisen schmiedet. 
Nachdem wir noch eine kleine Kirche besichtigen, verlassen wir auch schon wieder die Lofoten und kehren zurück aufs Schiff. Nachdem wir unsere etwas nass gewordenen Sachen abgelegt haben, lassen wir uns von einem warmen Mittagessen verwöhnen und genießen den Rest des Tages an Bord.


Der Kapitän weist an, nach Orcas Ausschau zu halten. Ich schaue fleißig, immer die Kamera griffbereit, aber leider erweisen sich diese wunderschönen Geschöpfe der Meere als fotoscheu. Dann ist es endlich so weit: Land in Sicht. 
Wir befinden uns am nördlichsten Punkt Europas und umfahren die Halbinsel Mageroy um den "Hafen" von Honnigsvag anzusteuern.
Auf dem Pooldeck gibts heiße Getränke, noch schnell eine Currywurst mit Pommes am Grill (hey, wir sind gerade die nördlichste "Pommesbude" Europas) und schon geht es los zum Ausflug.
Es wird wieder getendert und die Vorfreude auf das Nordkap steigt! Heute sind unfassbar viele Busse unterwegs und viele Crewmitglieder werden zum Reiseleiter degradiert. So auch ein charmanter Koch mit kaum überhörbarem bayerischen Dialekt, der eifrig in humorvoller Art aus einem Buch vorliest und so erfahren wir Wissenswertes über die Umgebung. 

Was gibt es zu sehen?! Eigentlich nichts. 40km lang nordische Tundra, ein paar kleine Grasbüschel, weiße Rentiere (ja, es gibt sie wirklich) und dann wieder nichts. Zwischendurch fahren wir durch Nebel, es nieselt und unser Koch/Reiseleiter fragt immer wieder, "ob wir noch mehr wissen wollen." . JA! Man hört eine Seite im Buch blättern und schon erzählt er weiter. Geschichten über das Leben im Niemandsland.


Aber dann erreichen wir die Nordkap-Halle mit seinem Museum und Souvenirshop und der besagten Kugel auf dem Felsen. Das Thermometer zeigt -1 Grad. Aber die Stimmung könnte kaum fröhlicher sein! Bei schönem Wetter kann schließlich jeder am Nordkap sein! Der kalte Wind haut mich fast mehrmals um, ebenso wie die Preise im Souvenirshop. Wir erkunden das Museum und die kleine Kapelle und außerdem lasse ich mir das "Nordkap-Zertifikat" ausstellen. Nun ist es "amtlich beglaubigt", dass ich hier war. Nachdem wir noch das Denkmal der Kinder der Welt bestaunen, geht es schließlich in den nächsten Bus, der uns zurück bringt. In Honnigsvag plündere ich noch den Souvenirshop (halbe Preise im Gegensatz zur Nordkap-Halle) und am Tenderboot gibt es von der netten Crew heißen Tee. Den haben wir jetzt nötig!

Noch leicht verfroren erreichen wir das Schiff und was gibt es an Deck? Heißen Glühwein! Was trinkt man auch sonst im August... ;-) Und übrigens: das Nordkap ist gar nicht der nördlichste Punkt Europas! Die eigentliche Stelle ist nur einfach nicht zugänglich.. Wieder eine Illusion geraubt. :-(


Am nächsten Tag durchfahren wir Vormittag die Inselwelt Nordnorwegens und erreichen schließlich Tromso - die nördlichste Universitätsstadt der Welt und pulsierendes Herz Nordskandinaviens. Mit der Seilbahn geht es hinauf auf den Hausberg. Und heute werden wir mal mit einer tollen Aussicht belohnt. Und weil es mir auch hier sehr gefällt, wird wieder eine kleine Warte gebaut.



Im Anschluss geht es zur weltberühmten Eismeerkathedrale. Von Innen ist diese fast genauso beeindruckend wie von draußen - vor allem die tollen Fenster. Weiter gehts zum Polarzentrum mit einer interessanten Austellung über das Volk der Samen mit Einblicken in deren Lebensweise und natürlich die Tierwelt in dieser Gegend. Zum Abschluss bestaunen wir einen Film über das Nordlicht, welches man hier im Winter bestaunen kann.



Nach einem weiteren Tag auf See soll dann schließlich Alesund unser letzter Halt im wunderschönen Norwegen werden. 

Bereits bei der Einfahrt ist man vom schönen Anblick dieser Stadt verzaubert. Durch einen verheerenden Großbrand im Jahr 1904 wurde Alesund's Innenstadt fast komplett zerstört und im Jugendstil wieder aufgebaut. Großteils war dies unserem Kaiser Wilhelm II. zu verdanken, denn er war genau wie ich nun, ein großer Norwegen-Fan und finanzierte den Wiederaufbau teilweise aus seinem Privatvermögen. Die Schönheit der Gegend bestaunen wir vom Hausberg Aksla und haben außerdem einen tollen Blick auf die herrliche Umgebung mit Ihren vielen Inseln. 
  
Und dort geht es nun hin, über unzählige Brücken, die kaum
breiter sind als die Straßen selbst. Nach einer spektakulären Fahrt erreichen wir die Insel Godoy. Im verträumten Örtchen Giske erklimmen wir die Stufen des Leuchtturmes und genießen eine Tasse Kaffee in dieser herrlichen Idylle. Das Thermometer zeigt 24 Grad und wir können sogar die Jacken ablegen! ;-) Unsere Reiseleiterin spricht bereits von großer Hitze und wir genießen die Sonnenstrahlen umso mehr. In der örtlichen Kirche lauschen wir noch einem kleinen Orgelkonzert und kommen mit Einheimischen ins Gespräch. Ja, das leben hier ist anders. Ruhig, entspannter, friedlicher, aber insofern die Brücken nicht gerade aufgrund des Wetters gesperrt sind, ist man schnell in der Stadt. Aber die Norweger fühlen sich sowieso am wohlsten, je weiter der nächste Nachbar entfernt wohnt. :-) Da wir heute leider nur eine kurze Liegezeit haben, geht es Mittag zurück nach Alesund. Noch schnell eine Panoramafahrt durch die Stadt und schon heißt es endgültig "Adieu Norwegen" - und hoffentlich bis bald.



Der letzte Seetag zeigt sich von seiner schönsten Seite - blauer Himmel, Sonnenschein und ruhige See. Die ideale Gelegenheit noch einmal die Seele baumeln zu lassen und die Eindrücke der vergangenen Tage zu verarbeiten.
Ein Highlight gibt es noch, denn gegen 1 Uhr passieren wir die Oresund-Brücke. Einmal die Arme hoch strecken und Winken, dann sind es nur noch ein paar Stunden, bis wir die Endstation unserer Reise - den Kieler Hafen - erreichen.





Jede Kreuzfahrt ist etwas Besonderes, denn jeden Tag hat man die Möglichkeit neue Länder, Kulturen und Landschaften kennenzulernen oder einfach die unendliche Weite des Meeres genießen. An Bord der Mein Schiff-Flotte könnt Ihr all dies tun und Euch nebenbei von der Crew und dem All inklusive-Konzept verwöhnen lassen. Ob Jung oder Alt - hier findet jeder seinen Lieblingsplatz.
Na, Lust auf Me(h)r bekommen?



Maritime Grüße,
Katrin Gröning


0355/821494



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