Montag, 27. Februar 2017

Obrigado Lisboa



Herzlichen Glückwunsch Linda Richter!
Sie haben einen Trip nach Lissabon gewonnen.
„Wie? Das kann nicht sein.“, denk ich mir und bin schon etwas skeptisch, aber es ist wirklich war, ich habe gewonnen.😀
Nach der Nachricht musste ich mich erstmal informieren, was genau ich den gewonnen habe:
3 Übernachtungen in einem 4 oder 5 Sterne Hotel für 2 Personen inklusive Frühstück, Transfer von und zum Flughafen, sowie 2 Lisboa Cards und 2 Eat and shop Cards.
Okay, das Einzige worum ich mich kümmern muss, ist der Reisetermin und die Flüge.
Nach dem das alles abgestimmt war, konnte es losgehen…

Es geht früh los.  Um 2 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Berlin. Von Tegel aus geht es nach Lissabon. Eingecheckt habe ich vorher schon per Web-Check-In, also nur noch Koffer abgeben und durch die Sicherheitskontrolle.
Der Flieger hebt ab und dreieinhalb Stunden später können wir einen wunderschönen ersten Blick auf die Stadt am Tajo werfen.
Nach dem wir sicher gelandet sind, bahnen wir uns den Weg durch den Flughafen hin zu den Gepäckbändern. Schnell raus und erstmal die Touristeninformation von Turismo de Lisboa suchen.
Es ist wirklich alles sehr übersichtlich, obwohl wir kein Wort portugiesisch sprechen. An der Touristeninfo werde ich sofort mit „Mrs. Richter, welcome in Lissabon“ begrüßt. Das hab ich nicht erwartet und fühle mich schon sehr gut. 😊
Nachdem wir dann endlich im Shuttle Richtung Innenstadt sitzen, fällt die erste Anspannung ab. Wir sind froh, dass alles so gut geklappt hat. Wenn wir jetzt noch einen Schlafplatz haben, dann kann gar nichts mehr schief gehen.
In einer kleinen Seitenstraße liegt unser Hotel, von außen recht unscheinbar, aber von innen der Hammer. Ein Page hält uns die Tür auf und hilft uns mit unserem Gepäck. Wir treten ein in das wunderschöne 4 Sterne „Hotel Portugal“. Die Rezeption besteht nur aus Gold, es sieht wirklich edel aus. Wir melden uns an, können aber um 10 Uhr morgens leider noch nicht unser Zimmer beziehen, aber das ist nicht schlimm. Unsere Koffer werden genommen und wir können uns aufmachen, um einen ersten Eindruck von Lissabon zu bekommen.
Ich habe vielleicht vergessen zu sagen, es ist der 27.11.2016, also der 1. Advent und wir haben 18 Grad und Sonnenschein. Daran könnte ich mich gewöhnen.
Die nette Dame von der Rezeption gibt uns einen Stadtplan und zeigt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Punkte in Lissabon. Dann ziehen wir los.
Wir laufen vorbei am „Praca da Figueira“ und dem „Praca dom Petro IV“ in die „Rua Augusta“, eine lange Fußgängerzone mit Geschäften, Restaurants und Bars. Die komplette Straße besteht aus kleinen Mosaiksteinen, die in der Sonne wie frisch poliert glänzen. Wir durchqueren die Straße und kommen auf den „Praca do Comércio“, dem früheren Handelsplatz von Lissabon.

Der Platz liegt direkt am Tajo Ufer und von dort aus hat man einen tollen Blick über den Fluss hinüber zur Brücke der 25. Aprils und den Cristo Rei Statue. Da fühlt man sich einerseits in San Franzisco und anderseits in Rio de Janairo und dass alles an einem Ort. Wir versuchen erst einmal alle Eindrücke zu verarbeiten. Wir beschließen, den Tag ganz entspannt zu begehen und die nähere Umgebung zu Fuß zu erkunden.
Auf dem Rückweg zum Hotel laufen wir wieder über den „Praca da Figueira“. Ein Markt ist dort aufgebaut, wo es von Lebensmitteln über Musik und Textilien, bis hin zu Dekoration viele typische portugiesische Waren gibt.
Wir schlendern über den Markt und tauchen ein in das typische Portugal. Es ist recht laut und voll und an allen Ecken bekommt man Ware angeboten. Die Musik spielt und es gibt einen Getränkestand, wo es den besten Sangria gibt, den ich je probiert habe. Den genießen wir in der Sonne, bevor wir uns auf machen, um unser Zimmer zu beziehen.
Zurück im Hotel werden wir zu unserem Zimmer geführt. Die Dame von der Rezeption öffnet die Zimmertür und lässt uns eintreten in einen Traum aus royal blau und weiß. Das Zimmer ist riesig und wir brauchen einen Moment, um alles zu erfassen. Ein großer Schrank, den ich mir zu Hause wünschen würde, steht im Vorraum und dann kommt man weiter in den eigentlichen Schlafbereich mit einem großen Bett und einem großen Spiegel an der Wand, in dem ein Fernseher integriert ist. Wir sind wie zwei kleine Kinder, die sich über ein Geschenk freuen, aber ich kann nur immer wieder sagen, so etwas habe ich nicht erwartet. Ich habe mich zwar im Vorhinein über das Hotel informiert, aber in der Realität war es etwas ganz anderes. Im Badezimmer hätte man tanzen können und die Dusche war locker für 6 Personen ausreichen und das Wichtigste, es war alles sauber.
Bei unserem ersten Abendessen machen wir uns Gedanken über die nächsten Tage und planen, was wir alles sehen wollen. Jetzt haben wir zumindest schon mal eine Richtung und können in Ruhe Lissabon bei Nacht auf uns wirken lassen.
Das portugiesische Essen ist nichts für mich, es gibt viel Fisch und Meeresfrüchte und Süßes jeglicher Art, aber der Wein ist umso besser. 😌
Am Abend ist auf der Rua Augusta reges Treiben, Straßenkünstler und –Musiker an jeder Ecke, die Geschäfte haben sehr lange geöffnet und auch die Bäckereien haben lang auf und sind auch nach 20 Uhr noch sehr gut besucht.
Es ist Vorweihnachtszeit und auf dem Praca do Comércio steht der große Weihnachtsbaum von Lissabon, er besteht nur aus Lämpchen und sieht einfach toll aus.
Obwohl wir schon so lange auf den Beinen sind, liegen wir erst nach 23 Uhr in den Federn und sind gespannt, was wohl der neue Tag bringen wird.
Eigentlich viel zu spät, werden wir am nächsten Morgen wach. Schnell fertig gemacht und auf zum Frühstück. Puh, da kann man sich satt essen. Es gibt verschiedene Brötchen und Brote, Wurst, Käse, Obst, Gemüse, Rührei, Bacon, Bohnen und wieder jegliche Arten von Süßspeisen.
Nachdem wir gestärkt sind, machen wir los. Wir wollen shoppen, oder wenigsten ein bisschen bummeln. Wir laufen zur Metro Station und aktivieren hier unser Lisboa Card für 72 Stunden. Diese Karte kann ich jedem nur empfehlen. Man kann mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln, einschließlich der Electrico kostenlos fahren und bekommt auf viele Sehenswürdigkeiten Rabatte oder kann auch diese kostenfrei besuchen.  Wir fahren also mit der Metro zum „El Corte Inglés - Lisboa“, ich glaube ein einfacheres Metrosystem gibt es nirgendwo anders auf der Welt. Es besteht aus vier Linien, die mit den Farben blau, gelb, grün und rot, sowie Piktogrammen gekennzeichnet sind, damit man sie
auch wirklich nicht verwechseln kann.
Am El Corte Inglés – Lisboa angekommen laufen wir voll motiviert in das Einkaufszentrum und werden aber schnell ausgebremst. Was wir überlesen haben, ist das es ein Einkaufszentrum der luxuriösen Variante ist. Von Dolce & Cabana über Louis Vuitton, bis hin zu Gucci gibt es alles, was das Herz zum Lachen bringt und den Geldbeutel zum Weinen. Aber man kann es sich ja mal anschauen. 😁
Nachdem wir das Kaufhaus verlassen haben, sind wir auf gut Glück losgelaufen. Nach einigen hundert Metern sind wir in einen Park mit Teich und einem Café. Wir setzen uns und planen unseren weiteren Ablauf. Wir sind im Miradouro do Parque Eduardo VII und hier gibt es die kalten und warmen Gewächshäuser, die „Estufa Fria“. Also machen wir uns auf den Weg um uns diese anzuschauen. Am obersten Punkt des Parks hat man eine tolle Aussicht über Lissabon mit dem Tajo im Hintergrund und gleich nebenan sind die Gewächshäuser. Durch die Lisboa Card können wir diese kostenfrei besuchen und es lohnt sich. Hunderte Palmen und Pflanzen, die wir nur als Zimmerpflanzen bei uns kennen, wachsen dort frei. Es blühen Orchideen und Amaryllis. Es gibt einen Weihnachtsstern, der so groß gewachsen ist, dass er als Baum durch gehen kann und an den Bananenpflanzen wachsen wirklich echte Bananen. Es ist ein sehr schön angelegtes Gewächshaus, mit vielen Ecken und Winkeln, in den man sich niederlassen kann und die Natur bewundern kann.


Nach einem kurzem Mittagessen, erkunden wir die Stadt per „Yellow Bus“. Vorbei am Miradouro do Parque Eduardo VII und den Aquädukten nach Belém. Dort sehen wir das Mosteiro dos Jerónimos – das  Hieronymus-Kloster, dass Denkmal der Entdeckung, den Stadtteil Bairro Alto und einiges mehr. Am Abend lassen wir den Tag bei einem Glas Wein am Ufer des Tajo ausklingen. Wir beobachten den Sonnenuntergang und die Ausfahrt eines Kreuzfahrtschiffes, bevor wir uns in einem der vielen Restaurants das Essen schmecken lassen.
Tag 3 in dieser wunderschönen Stadt und wir werden schon wehleidig, dass es morgen schon wieder zurückgeht. Eigentlich brauchen wir noch mindestens einen Tag, da wir jetzt schon wissen, dass wir nicht alles sehen werden, was wir eigentlich wollen. Aber heute fahren wir mit der Electrico 28, der alten Tram aus den 30-iger Jahren. Sie fährt durch enge Gassen und steile Straßen hinauf, bis wir auf halber Strecke, die Bahn verlassen um zu Fuß auf die Castello Sao Jorge zu gelangen.

Von hier oben hat man einen beeindruckenden Blick über Lissabon. Man kann auf allen Mauern entlang laufen und Lissabon in alle Richtungen überblicken. Viele Pfauen laufen in der Festungsanlage umher und präsentieren uns ihre wundervollen Räder. Auch hier nehmen wir einen kleinen Moment Platz, um das Spektakel zu beobachten. Es ist eine schöne Atmosphäre, wie wir zwischen den Mauern und Bäumen der Castello sitzen, die Sonne scheint und die Vögel laufen zwischen uns umher. Ein kleiner Tipp am Rande: Es gibt einen kleinen Weinstand, der nennt sich „wine with a view“ und von dort hat man wirklich den wohl schönsten Ausblick beim Wein trinken in Lissabon.
Wir machen uns wieder auf den Weg ins Zentrum und Fahren mit einem der vielen Elevador. Diese gibt es an vielen Stellen in Lissabon, um die Höhenunterschiede einfach und bequem zu überwinden. Der Elevador de Santa Justa ist der wohl bekannteste Aufzug, auf diesen komme ich aber später nochmal zurück.
Am Nachmittag machen wir noch eine entspannte Schifffahrt über den Tajo und sehen so nochmal die Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus. Zurück an Land bemerken wir eine Menschenmenge, viel Polizei und schwarze Limousinen die zum Rathaus, dem „Câmara Municipal de Lisboa“, fahren. Von einer Passantin erfahren wir, dass König Felipe VI. von Spanien zu Besuch in Lissabon ist. Also haben wir auch fast eine berühmte Person gesehen😎.
Am Abend machen wir uns auf in das Ausgehviertel von Lissabon – Bairro Alto und nun ist uns auch klar, warum es hier die Elevador gibt. Der Anstieg der Straße ist so steil und wirklich anstrengend und ich bin völlig kaputt, als ich oben angekommen bin. Wir setzten uns in eine kleine Bar, ein Straßenmusiker spielt und die Stimmung ist entspannt. Wir laufen noch einige Zeit durch die Straßen, bevor wir zum Elevador de Santa Justa gehen und von oben ein letzten Blick über die Lichter der Stadt werfen. Natürlich fahren wir mit dem Aufzug auch wieder nach unten und kommen in einer Seitenstraße der Rua Augusta wieder raus. Unser letzter Abend… wieder einmal nehmen wir in der Rua Augusta Platz und beobachten die Atmosphäre ein letztes Mal.

 
Am letzten Tag schlendern wir noch ein wenig durch die Straßen von Lissabon und gehen in das Lisboa Story Center, ein Museum über die Geschichte Portugals und Lissabons. Mit Audio-Guide sehr empfehlenswert. Über die Entstehung, die Seefahrt und die Entdeckerzeit bis hin zum verheerenden Erdbeben von 1755 und die erste Portugiesische Republik, wird die Geschichte sehr gut vermittelt und dargestellt. Besonders ist das 3D-Kino in dem man hautnah miterleben kann, wie es beim Erdbeben und dem folgenden Tsunami 1755 gewesen sein muss.
Am frühen Nachmittag werden wir zurück zum Flughafen gebracht und fliegen pünktlich um 18 Uhr mit der TAP zurück nach Berlin Tegel. Die Fluggesellschaft ist wirklich sehr gut. Wären des Fluges gibt es sogar einen Snack und Getränke jeglicher Art. Da können sich unsere großen deutschen Fluggesellschaften eine Scheibe abschneiden.







Ich hatte eine tolle Zeit in Lissabon und finde diese Stadt wirklich ein Traum. Vorher habe ich mich noch nie so wirklich mit dieser Destination beschäftigt, aber sie hat mich in ihren Bann gezogen. Ich komme auf jeden Fall wieder, es gibt ja auch noch genug zu sehen. Damit sage ich „ADEUS“ und Lissabon ist definitiv eine Reise wert.

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