Dienstag, 30. Mai 2017

Mittelamerika-Kreuzfahrt mit Mein Schiff 4



17.03.2017, Frankfurter Flughafen

Voller Vorfreude fiebere ich dem Abflug entgegen. Unsere Condor bringt uns in 9,5h nonstop nach La Romana. Und bereit jetzt beginnt der Urlaub und der „Wohlfühl-Modus“ ist aktiviert. Als wir nachmittags die Karibik erreichen, begrüßt uns die Dominikanische Republik mit Sonnenschein und dezent starken Böen.

 
Direkt am Rollfeld stehen unsere Transferbusse bereit und das Gepäck wird vom Flieger direkt auf die Kabine gebracht. Zehn Minuten später erreichen wir den Hafen und unser schwimmendes Zuhause für die nächsten 14 Tage: die Mein Schiff 4! Nach dem Check-In beziehen wir unsere Kabine und stoßen an der Außenalster Bar auf unseren Urlaub an: die Traumreise kann beginnen! Um 22 Uhr – nach der obligatorischen Seenotrettungsübung – heißt es dann schließlich „Leinen los“.





 Der erste Seetag gleicht einem Bilderbuch: ruhige See, blauer Himmel, Sonnenschein und nichts als das hellblaue Meer! Genügend Zeit um den Jetlag zu bekämpfen und die letzten Formalitäten zwecks der Ausflüge zu erledigen. Die meisten Touren habe ich bereits von zu Hause aus über TUI Cruises reserviert, nun geht es nur noch um die Feinheiten!

21.03.17 : Land in Sicht! Jamaika, du hast mich wieder!
Bereits 2013 durfte ich die Insel auf einer Seminarreise kennnenlernen! Besonders der Osten der Insel mit dem Städtchen Port Antonio und der herrlichen Umgebung und Strände blieb mir in Erinnerung. Daher war für mich kein Halten mehr, als dort hin ein Ausflug angeboten wurde. Und so ging es – diesmal mit meinen Lieben im Gepäck – auf 2-stündiger Fahrt durch die malerische Landschaft der Blue Mountains gen Osten. In Port Antonio besichtigen wir den lokalen Markt und bekommen viel über das Leben der Einheimischen erzählt. Dann geht es zum nächsten Highlight und einen der schönsten Orte, die ich je gesehen habe: Frechman’s Cove! An der traumhaften Bucht angekommen heißt es nur noch: auf ins Wasser! Hier, wo der Fluss malerisch ins Meer mündet, ist es wahrlich paradiesisch!


Postkartenmotiv schlechthin: die Bucht von Frenchman's Cove


In den Nachmittagsstunden erreichen wir wieder den Hafen. Hier shoppe ich ein paar Souvenirs an den Ständen am Terminal – die Daheimgebliebenen wollen schließlich auch beschenkt werden! Wieder auf dem Schiff angekommen, werden die Füße hoch gelegt und der Ausblick vom Pooldeck genossen. Ich freue mich nun auf den nächsten Hafen – Montego Bay!

Jamaica Part 2 heißt es am nächsten Tag.
Unser Ausflug „Ursprüngliches und kulinarisches Jamaica“ verspricht einen tiefen Einblick in das Leben der Menschen fernab der Touristenorte. Bereits wenige Minuten nach Abfahrt verlassen wir "MoBay" und folgen der Straße hoch in die Berge in Gegend des Ortes Savannah la Mar. Unsere Reiseleiterin Doris bringt uns zu unserem ersten Stopp - ein typischer Jerk-Imbiss mit dem wohl besten Gericht der Insel. Hier geben wir unsere "Bestellung" ab und während unser Hünchen auf dem Grill kocht, besuchen wir die örtliche Grundschule. Hier werden viele kleine Hände geschüttelt, abgeklatscht, Bilder bewundert, Gesangseinlagen gelauscht und in leuchtende Kinderaugen geschaut! Besonders die Kleinsten der Vorschul-Gruppe haben Ihren Spaß mit uns "Visitors". 


Außerdem besuchen wir noch eine der Kirchen des Ortes - hier fand vor kurzem ein regelrechte Abwanderung der Bevölkerung statt. Denn genau gegenüber eröffnete eine neue Kirche mit moderner Musik, dementsprechend besserer Stimmung und die nahegelegene Rum-Bar ist auch an Anziehungspunkt! Kein Wunder also, dass ein normaler Sonntags-Gottesdienst auf Jamaika sich über den ganzen Tag ziehen kann. Bevor wir zu unserem Jerk zurück kehren, besuchen wir noch Sir Peter auf seiner Farm. Der charmante Besitzer des Hauses lädt uns zur Besichtigung seines Heimes und seines Grundstückes ein. Besonders schön ist hier die Beschriftung der lokalen Pflanzen und Früchte und die musikalische Untermalung der Band. Diese Früchte werden dann auch bei einer Farm noch verkostet. Es geht auch nichts über frisches Kokosnusswasser und Ananas! Zum Ende der Tour genießen wir dann unser Jerk-Hühnchen und fahren pappsatt, begleitet von Reggea-Klängen, zurück zum Hafen. Am Abend zeigt sich ein fantastischer Sonnenuntergang und schließlich heißt es dann endgültig "Goodbye Jamaica" - und es wird auch diesmal nicht mein letzter Besuch dort gewesen sein! :-) 

Füße hoch, entspannen und unser Schiff genießen, dies ist das Motto von unserem zweiten Seetag! Die Karibik zeigt sich entsprechend sommerlich und wir genießen die frische Brise, die uns um die Nase weht. Mein Lieblingsplatz ist die Außenalster Bar mit Blick zum Heck des Schiffes! Zur Vorbereitung auf die nächsten Tage lausche ich außerdem den Vorträgen unserer Lektorin über die Welt der Maya.


24.03.2017 - Viva la Mexico! 
Spitzentag der Kreuzfahrtsaison vor Cozumel: 9 Schiffe liegen heute an der Insel vor der Küste Yucatan's und wir mittendrin. Dank unseres schnellen Kapitäns, sind wir fast zuerst dort und haben so den besten Liegeplatz am Pier von Punta Langosta.
Nach einem leckeren Frühstück im Restaurant Atlantik gehen wir von Bord und landen mitten in der hafeneigenen Shopping-Mall. Sombreros, Tequila, Postkarten und bunte Kleidung, wohin man auch schaut. Das riesige Areal der Mall erschlägt uns förmlich und fast könnte man in Versuchung kommen, die ganzen Dollars auszugeben. Wir bleiben tapfer und laufen zum Zentrum von Sao Miguel. Auf dem wunderschönen Plaza genießen wir das Flair und schauen uns in dem Örtchen um. Entlang der Promenade watscheln wir zurück zur Mall und kommunizieren bei einer Flasche mexikanischem Bier noch mit den Daheimgebliebenen. WLAN gegen Getränke - so heißt die hiesige Strategie der Lokale! :-)

Von unserem Balkon sind die türkisblauen Farben des Meeres jetzt in der Mittagssonne besonders schön sichtbar. Leicht wehmütig blicke ich hinüber zum Festland, 
wo ich vor zwei Jahren einen wunderschönen Urlaub verbringen durfte.
Nach dem Mittagessen geht es zu unserem Treffpunkt. Via Taxis fahren wir zu einer kleinen Marina, wo wir nach ersten Sicherheitseinweisungen unser Boot betreten. Entlang der Küste Cozumels fahren wir nun ca. 20 Minuten zur Basis unseres Panorama-U-Bootes. Als passionierte Schnorcherlin freue ich mich, nun die Unterwasserwelt mal von einer trockenen Seite aus zu betrachten. 


Entlang farbenfroher Riffe und eines Schiffswrackes fahren wir fast auf Höhe des Meeresgrundes und genießen die tolle Aussicht.
Zurück über der Wasserlinie, klettern wir wieder in unser Schnellboot. Nun wird uns ein Rumpunsch serviert und wir bekommen eine Urkunde ausgehändigt. Vorbei an den großen amerikanischen Kreuzfahrtschiffen geht es schließlich zurück zu unserer Basis.
An der Hafen-Mall gibt es dann aber kein Halten mehr: Souvenir-Shopping XXL.
Weit nach Sonnenuntergang legen wir schließlich ab und freuen uns auf den nächsten Tag!

Am nächsten Morgen gibt es leichte Verwirrungen.
Zwar verkündete unserer Kapitän bereits, dass wir durch den Kanal von Belize eine sehr eigenartige Route zurück legen müssen, doch fahren wir nun die ganze Zeit im Kreis oder nicht? 

Bucht von Belize 
Vom Frühstückstisch aus beobachten wir das Spektakel und sehen bereits zwei weitere Schiffe in der Ferne. Das Meer ist hier nochmals beeindruckend schön und teilweise sehr flach. Schließlich werden die Maschinen gestoppt und der Anker geworfen! Wow! Welch ein Ausblick. Heute liegen wir also auf Reede und werden von örtlichen Tenderbooten abgeholt und zum Festland gebracht. 




Am kleinen Hafen werden wir von unserer netten Reiseleiterin empfangen und fahren durch Belize City und bekommen einen kurzen Überblick. 




Altun Ha
Nun geht aber in Richtung Altun Ha - einer kleinen, aber sehr sehenswerten Ausgrabungstätte der Maya. Der bedeutendste Fund war ein 4,5 kg schwerer Jadekopf, der den Sonnengott darstellt. Wir besichtigen die zwei Hauptplazas und ich erklimme über Stufen den 16m hohen Tempel. Die Sonne brennt erbarmungslos und es ist super heiß, aber dennoch sehr beeindruckend. Durch den endlos scheinenden Buschwald geht unsere Fahrt weiter zu einem Restaurant am Belize River, wo wir zu Mittag essen. 

Hier steigen wir schließlich auf Motorboote, die uns zurück zur kleinen Marina bringen. Etwa 1,5 dauert unsere Fahrt, doch schon nach wenigen Minuten stoppen wir zum ersten Mal! Leguan in Sicht und gleich darauf schaut das erste Krokodil vorbei. 



Mich fasziniert das geschulte Auge der Guides, wo wir von weitem nur eine Palme entdecken, sehen die anderen bereits Affen oder Fledermäuse. 
Wir haben großes Glück und können eine Vielzahl von Tieren sehen mit erfrischendem Fahrtwind im Rücken! Ein wunderbarer Ausflug neigt sich in den Nachmittagsstunden schließlich dem Ende entgegen. An der kleinen Marina schlendern wir noch einen Moment und setzen schließlich hinüber zum Schiff.
Ein Blick zurück lohnt sich: nicht nur auf die Küste von Belize, sondern auch auf einen fantastischen Sonnenuntergang!



Heute Abend ist außerdem unsere weiße Poolparty! Live Musik auf dem Pooldeck, weiße Dekoration, weiße Kleidung, die gebräunte Menschen umhüllt und ein leckeres Buffet. Dazu shaken die Offiziere fleißig Cocktails. Beim Klassiker "Sun of Jamaica" aus den Boxen geht dann schließlich ein Raunen über das Pooldeck - wie schön, wenn man die Sonne von Jamaica erst vor einigen Tagen gesehen hat. Und es stehen weitere Highlights bevor!

Unser letzter Hafen im Reich der Maya ist Coxen Hole auf der Insel Roatan, die zu Honduras gehört. Die Begrüßung ist leider sehr regnerisch, aber kaum haben wir fest angelegt, verschwinden die Regenwolken und die Sonne drückt langsam durch. Mit ihr dann auch die Hitze, aber es ist dank der Wolken auszuhalten.
Und das ist sehr gut, denn heute wollen wir im Regenwald wandern!


 Durch den kleinen Ort geht es hoch hinauf in die Berge zum Mayan Eden Eco Park. 
In diesem Areal lassen sich kleine, freche Kapuzineräffchen, exotische Vögel, farbenfrohe Schmetterlinge und andere Bewohner der Tropen besichtigen. Auf einem Pfad entlang wandern wir auf den Spuren der Maya. Nachgebaute Relikte der Maya-Welt geben uns einen tiefen Einblick in das Leben und Glauben der Maya, die entgegen aller Gerüchte auch heute existieren. Wir haben auch das Glück einen kleinen Kolibri an seinem Nest zu sehen, kurz bevor wir auf einer Hängebrücke zur anderen Seite tapsen. 


Dort sehen wir dann Tukane und Nasenbären, die hier tagsüber in Käfigen gehalten werden und dank dem Futter immer wieder zurück kehren. Nach kurzer Berührung mit einer Boa Constrictor, einem Kapuzineraffen auf der Schulter, verliebe ich mich schließlich in einen kleinen, bunten Papagei. Wie bekomme ich den nun unauffällig in meinen Rucksack!? :-) 
Zwischendurch unterhalten uns die Affen noch prächtig - sind sie doch wahrlich freche, hinterlistige Geschöpfe, die es auch auf Wasserflaschen von Touristen abgesehen haben... 
Wieder zurück in Coxen Hole erfrischen wir uns an einer kleinen Bar mit Blick auf das Meer und erreichen wieder unser Schiff.


Für mich heißt es nun: sprinten! Strandtasche holen, umziehen, erfrischen, essen und ab zum nächsten Ausflug! Inzwischen ist kein Wölkchen mehr am Himmel zu sehen. Entlang der Ostküste der Insel fahren wir mit unserem Bus zur Marina. An dieser Stelle meinen tiefen Respekt an die Bewohner der Insel, wie man ohne Verkehrszeichen-u. regeln, so sprinten kann. Geschwindigkeitsbegrenzung? Fehlanzeige! :-) 
Die Marina von Jolly Roger Roatan liegt idyllisch an einer kleinen Bucht und unser Katamaran wartet bereits. Da es kaum Schattenplätze gibt, heißt es nochmal ordentlich eincremen und wir werden mit Wasserflaschen versorgt. Schließlich heißt es "Leinen los" und ich lasse mir die karibische Meeresbrise um die Nase wehen. Herrlich! 


Nach den Sicherheitseinweisungen geht es ausgestattet mit Schnorchel & Co. ins Wasser! Die Tour ist hervorragend organisiert und wir werden von mehreren Guides begleitet.
Nach einigen Minuten Schwimmen erreichen wir schließlich ein wunderschönes Korallenriff und haben klare Sicht. Hier tümmeln sich viele farbenfrohe Fische und es ist ein wunderbares Erlebnis, zumal die Korallen hier noch toll intakt sind! 
Dies hätte ich so nicht erwartet - einfach grandios!
Zurück auf dem Katamaran ist das Buffet eröffnet, außerdem gibt es (Rum-)Punsch und die Musik wird aufgedreht. Der eigene Bordfotograf verspricht die Bilder uns per E-Mail kostenfrei zu zusenden (was auch geklappt hat!). Total begeistert von dieser tollen Tour erreiche ich schließlich abends wieder unser Schiff. 
Zum Abschluss des Tages und als Dankeschön für eine erfolgreiche Saison, werden wir noch mit einem kleinen Feuerwerk verabschiedet! Es ist das letzte Mal, dass die MS4 für diese Saison in Roatan ist. Im kommenden Winter wird die Mein Schiff 6 diese Tour fahren. 
Drei tolle Länder an drei Tagen hintereinander können aber auch sehr "erschlagend" sein. Wie schön, dass nun ein Seetag ansteht. Den haben wir auch nötig! 
Die Luft wird immer tropischer und das Zuhause erscheint mit jeder weiteren Stunde noch weiter weg, eine Kreuzfahrt kann wahrhaft entspannend sein!

Schon vor Sonnenaufgang bin ich am nächsten Morgen besonders hibbelig, wird doch heute ein Traum von mir wahr! Wir erreichen Costa Rica! Mein Herz macht beim ersten Anblick einen Hüpfer und ich kann meinen Ausflug kaum noch erwarten.  Bereits vom Hafen sehen wir, was dieses Land so besonders macht: grün, über grün und nochmal grün! Und genau dorthin - in die grünen Berge geht nun auch meine Tour. Nach Begrüßung durch Reiseleiter Omar beginnt unsere Fahrt durch das kleine Örtchen von Limon. Entlang der Hauptstraße sehen wir viele Container von Hamburg Süd und Hapag Llyod, hier werden also unsere ganzen Bananen und Ananas verladen. Würden Sie doch nach Ankunft in Deutschland wenigstens nur noch halb so gut schmecken... ;-)  


Die "Schweiz Mittelamerikas" zeigt sich heute in all Ihrer Pracht und verschont uns vom Regen. Unsere erste Station ist der Veragua Rainforest, von dessen Eintrittsgeldern das umliegende Dorf und vor allem die Schule unterstützt wird. Bereits auf der Fahrt können wir in den Baumwipfeln die ersten Faultiere sehen! 
 
Im Nationalpark laufen wir entlang des "Weges der Giganten" und staunen über die riesigen Bäume, vorbei an prächtigen Aussichten und gelangen schließlich über Treppen zum "Puma-Wasserfall". 

Zwischendurch geht es mit einer Seilbahn durch den Regenwald und wir haben dieses Paradies fast für uns allein. 


Nach einer kurzen Mittagspause im hiesigen Restaurant besichtigen wir noch Ausstellungsäume mit Schmetterlingen, Fröschen und Schlangen. Kaum verlassen wir das Gebäude, hüpft mir schon ein exotischer Frosch vor die Linse. Wie passend! Zum Highlight einer jeden Costa Rica-Reise geht es als Nächstes: auf kleinen Booten durchqueren wir die Kanäle des Tortuguero-Nationalparks. 
  Man fühlt sich wie in eine andere Welt zurück versetzt und mit der Sichtung der Tiere haben wir auch hier ein gutes Händchen: Leguane, Krokodile, Affen, Tölpel, Schlangen, Fledermäuse, Tukane, Faultiere und diverse Vogelarten.
Zurück auf dem Schiff bin ich noch immer überwältigt von der Schönheit dieses Landes und werde definitiv wieder kommen! 

Wie sagte Janosch so schön? "Oh, wie schön ist... PANAMA!".
Bereits am frühen Morgen können wir die endlosen Containerschiffe sehen, die auf Einfahrt in den gewissen Kanal warten. 

Als wir den Hafen von Colon erreichen, sehen wir eine andere Welt: pure Armut, heruntergekommene Wohnhäuser und kaputte Straßen. 
Unser Reiseleiter, ursprünglich aus Deutschland, erklärt schnell das hiesige Problem: so sieht es aus, wenn in einem Land keine Steuern gezahlt werden und das Geld nur in die Hauptstadt fließt. Nachdem wir Colon hinter uns lassen, sehen wir die schöne Seite des Landes: Natur pur! Nach etwa 50km biegen wir ab und folgen der Nebenstraße des Rio Chagres, die schließlich in Gamboa endet. Hier heißt es nun Warten. Warten, bis der Lotse da ist ; Warten, bis die Kanalbehörden unser Ausflugsschiff freigeben und Warten, dass wir starten können. Während des Wartens schaue ich mir kurz bei einem Rundgang die Umgebung an. Alles zeugt aus der Zeit, wo die Amerikaner den Kanal beherrschten und hier lebten. Seit derem Weggang hat sich hier nichts verändert: Baseball-Platz, alte Villen und sogar ein amerikanisches Feuerwehrauto stehen hier noch herum.
Und dann kommt unser Signal: es kann losgehen!
Auf unserem Ausflugsschiff angekommen, werden die ersten Fotos vom Kanal geschossen. Heute ist es drückend heiß und wir sind froh über unseren Schattenplatz. 
Bereits kurz nach dem Ablegen kommen uns die ersten Kolosse entgegen: riesige Containerschiffe. Auf unserer Fahrt durchqueren wir den Guillard Cut, die engste Stelle des Kanals und durchqueren insgesamt drei Schleusen. 
Hier haben wir Glück - da wir mit insgesamt drei Ausflugsschiffen unterwegs sind und neben uns noch einige kleine Boote und Katamarane sind, erlaubt die Behörde uns das direkte Schleusen und wir müssen nicht auf weitere Schiffe warten.
Denn letztendlich dreht es sich auch hier nur um eines: das Geld!
Etwa 6000,-€ kostet hier die Fahrt eines Ausflugsschiffes und man achtet genau, dass so viele Schiffe wie möglich gleichzeitig geschleust werden. Es ist schier unfassbar, wieviel Geld mit diesem Kanal "verdient" wird und doch auch einfach ein einmaliges Erlebnis, hier einmal im Leben durch zu fahren.  Nach etwa 5 Stunden und einiger Verspätung erreichen wir schließlich Galboa und den Pazifik! Die Wolkenkratzer von Panama City sind in der Ferne sehr gut erkennbar und entgegen zu Colon denkt man gleich, auf einem anderen Kontinent zu sein. 


 Bereits jetzt hätten wir schon wieder auf unserem Schiff sein müssen, doch der Kapitän wartet noch auf uns - schließlich möchte er ungern mit 500 Passagieren weniger starten.
Durch die Hauptstadt geht es entlang des Highways zurück zur Karibik-Seite.
Kaum ist der letzte Gast an Bord, wird schnell alles eingeholt und es heißt "Leinen los" - Liegeplätze kosten den Reedereien viel Geld und in Panama besonders. Aber wie unser Kapitän mitteilt, hat er es noch nie geschafft, ansatzweise pünktlich hier abzulegen... :-) 

Am nächsten Morgen sollen wir auch wieder früh aufstehen, aber es lohnt sich...
Wir erreichen die Bahía de Cartagena de India und ich freue mich auf meinen ersten Besuch in Südamerika. Kolumbien war für mich als Reiseziel immer in ganz ganz weiter Ferne und ich verspüre einen Hauch von "Haaaach..:". 
Unsere Lektorin erzählt uns bei der Einfahrt über die Geschichte der Bucht und Stadt, geschützt durch Festungen und Mauern. 



An der Nordküste erreichen wir nun Cartagena. Fast könnte man meinen, wir seien in Miami gelandet - die Skyline ist atemberaubend. Östlich daneben sieht man bereits die Türme der kolonialen Altstadt, in diese uns der heutige Ausflug führen wird.
Wir unternehmen Seite an Seite mit zwei Auswanderinnen aus Deutschland einen kulinarischen Rundgang durch die Altstadt. Ich bin ein wenig verwundert, über die "lange" Kleidung der Einwohner. Schließlich sollen es heute um die 43 Grad werden und schon jetzt ist es kaum noch auszuhalten. Aber Monika erklärt uns, dass es heute verhältnismäßig kühl ist. AHA! Nun widmen wir uns aber der südamerikanischen Straßenküche und schlendern uns von Verkaufsstand zu Verkaufsstand. Zum Glück ist es auch leckeres Eis und pürierte Früchte dabei, sodass wir neben unseren Wasserflaschen genügend Erfrischung haben. 

Die Altstadt begeistert mich: koloniale Architektur, viele Blumenranken an den Balkonen, bunte Häuser, überall Musik und freundliche Menschen. Ich fühle mich total sicher und in eine ganz andere Welt versetzt. Die Küche ist sehr abwechslungsreich, teils kleine, aber deftige Snacks unter einfachsten Umständen hergezaubert. Zugegeben, im Gegensatz zu unseren deutschen Supermärkten, sind die Früchte hier um einiges größer geraten, die wir auf den Märkten sehen können. Gerne wären wir nach unserem Rundgang noch länger geblieben, aber die Hitze wird langsam unerträglich. 


Noch schnell ein paar Erinnerungsfotos und Souvenirs, dann geht es zurück zum Hafen. Auf dem Pooldeck genieße ich nach einer erfrischenden Dusche den Blick auf Cartagena von meinem schattigen Plätzchen. Am Abend ist dann die Poolparty Nummer Zwei - wie passend, dass am nächsten Tag unser letzter Tag auf See ansteht. Cartagena verabschiedet sich von uns noch mit einem schönen Panorama zum Sonnenuntergang!



Der letzte Seetag: viel Erholung, Sonne, kleine Wölkchen, erfrischende Drinks und entspannte Stunden in der Cafe Lounge.. Urlaub kann sooo schön sein! 

Kälteschock in der Dominikanischen Republik!
Bei gerade einmal 24 Grad erreichen wir die Hauptstadt Santo Domingo. Tropische Luftfeuchtigkeit? Fehlanzeige! Wo sind meine Wintersachen??
Stress hat heute auch unser Kapitän. Das Schiff soll mit neuen Waren beladen werden und die hängen noch beim akribisch arbeitenden Zoll. Der Zoll und der Wind sind laut seiner Aussage übrigens die größten Feinde eines Schiffskapitäns.  

 

Unser Ausflug bringt uns in den Botanischen Garten - eine riesige, wunderschöne Anlage in der Stadt, deren Durchquerung nur mit einer Bimmelbahn aufgrund der riesigen Fläche möglich ist. Hier besichtigen wir den Japanischen Garten und staunen über die Pflanzenvielfalt, sind wir doch eigentlich in der Karibik. 





 Danach versuchen wir irgendwie wieder in die Stadt zu kommen, Autofahren in Santo Domingo erweist sich als echte Geduldsprobe. Die Einheimischen scheint's nicht weiter zu Stören und man nimmt den endlosen Stau gelassen! 
In der Altstadt unternehmen wir einen geführten Rundgang  und haben noch ein bisschen Freizeit, um die Stadt auf uns wirken zu lassen. 


 Im Hafen sind mit uns dann auch die ersten Container eingetroffen, da sich das Verladen aber nun verzögert, wird unsere Liegezeit bis 23 Uhr geändert. 
Nun heißt es für uns langsam Koffer packen, denn nur noch wenige Seemeilen trennen uns von La Romana und somit der Endstation unserer Reise.


Einmal raus aus der Bucht, links um die Ecke und schon sind wir am nächsten Morgen in La Romana. Mittlerweile haben wir den 31. März und genießen die letzten Stunden auf unserem schönen Schiff. Das Gepäck haben wir bereits in der Nacht vor unsere Kabinen gestellt. Am Nachmittag gehen wir schließlich von Bord und erreichen nach kurzer Fahrt den Flughafen, wo unser Gepäck bereits auf uns wartet. Zwei Stunden und 9 Flugstunden später sollen wir schließlich Frankfurt erreichen.

Hasta Luego, liebe Karibik und Mein Schiff - wir sehen uns ganz sicher bald wieder! 





Jede Kreuzfahrt ist etwas Besonderes, denn jeden Tag hat man die Möglichkeit neue Länder, Kulturen und Landschaften kennenzulernen oder einfach die unendliche Weite des Meeres genießen. An Bord der Mein Schiff-Flotte könnt Ihr all dies tun und Euch nebenbei von der Crew und dem All inklusive-Konzept verwöhnen lassen. Ob Jung oder Alt - hier findet jeder seinen Lieblingsplatz.
Na, Lust auf Me(h)r bekommen?

Maritime Grüße,
Katrin Gröning






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen